Odenwald gegen Rechts - BUNT statt braun

Strafbare Beleidigung: Jörg Löw muss 300 Euro zahlen

vom 7. September 2020

MICHELSTADT. Der ehemalige Kreistagsabgeordnete Jörg Löw aus Brombachtal, der 2015 als Jörg Becker über die Liste der AfD in den Kreistag eingezogen war, muss wegen Beleidigung der Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion 300 Euro an das Odenwälder Frauenhaus zahlen. Auf Facebook hatte Löw die Odenwälder Sozialdemokraten als „rote Ratten“ und die Grünen als „Biomüll“ bezeichnet. Weiter hatte er ausgeführt: „Nicht einmal die NPD ist mir rechts genug“ und „Ich würde gern was ehrenamtlich tun, Henker, Scharfrichter oder so“. Der Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh (SPD) hatte zum Schutz der ehrenamtlichen Mandatsträger*innen Strafanzeige erstattet. Löw war auch mit seinen Facebook-Posts zu Corona-Krise und Impfwesen in den Fokus geraten. Als er hier den Davidstern, der symbolhaft für die Verbrechen Nazi-Deutschlands an den Juden steht, für seine Überzeugung von der Stigmatisierung der Impfgegner nutzte, stieß er damit auf starken Widerspruch. Führende Abgeordnete der SPD und die Initiative „Odenwald gegen Rechts-bunt statt braun“ stellten in Frage, ob jemand mit der Einstellung Löws in einem Parlament richtig aufgehoben sei. Auf diese Diskussion reagierte Löw dann mit seiner Mandatsniederlegung. Bei der Verhandlung, an der auch Mitglieder von Odenwald gegen Rechts und dem Deutschen Gewerkschaftsbund als Beobachter teilnahmen, wurde vom Staatsanwalt klargestellt, dass Beleidigungen oder Hetze nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt sind. Mit dem Rattenvergleich werde Menschen das Menschsein abgesprochen, „das haben schon die Nazis gemacht“, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft, der auch auf das erhebliche Vorstrafenregister des Angeklagten verwies. Um einer drohenden Verurteilung wegen strafbarer Beleidigung zu entgehen, entschuldigte sich der Angeklagte beim Kreistagsvorsitzenden Rüdiger Holschuh. Gegen eine Zahlung von 300 Euro an das Odenwälder Frauenhaus wurde das Verfahren eingestellt. Löw fragte beim Gericht nach: „Darf es auch das Tierheim sein?“. Antwort des Richters: „Nein!“. Der Richter macht zugleich deutlich: „Beim zweiten Mal wird es keine Einstellung geben“. Der Rechtsanwalt von Herrn Löw hat an der Verhandlung nicht teilgenommen. Er teilte mit, dass es ihm nicht zuzumuten sei, „in einem Provinzhotel zu übernachten“.

Bündnissitzung "Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun"

vom 27. August 2020

Zu unserer nächsten Sitzung am 15.09.2020 um 18.30 Uhr laden wir alle Interessierten herzlich ein. Wir treffen uns unter Wahrung aller Hygienevorschriften im Gasthof “Zum Deutschen Haus”, Bahnhofstraße 20, 64720 Michelstadt. Wir freuen uns auf euer/Ihr Kommen!

Zu viel des Guten: Löw legt Mandat im Kreistag nieder

vom 30. Juni 2020

Odenwälder Journal • Sandra Breunig • 24. Juni 2020

Konsequenzen gezogen hat der parteilose Kreistagspolitiker Jörg Löw, ehemals Becker, nach einem Post in den Sozialen Medien, der ihm viel Kritik eingebracht hat. „Mit sofortiger Wirkung“ will Löw nun sein Mandat niederlegen, heißt es in einem Schreiben des Abgeordneten, das dieser Redaktion vorliegt und dem Kreisausschuss zugehen soll. Mit der Abbildung eines Davidsterns mit dem Aufdruck „Nicht geimpft“ hatte der 58-Jährige provoziert und den Unmut nicht nur der Kreistagskollegen und des Bündnisses „Odenwald gegen Rechts“ auf sich gezogen. Damit, so die Initiative, würden die Opfer des Holocaust beleidigt und die Verbrechen der Nazis verharmlost. Verfassungsschutz einschalten Raoul Giebenhain, Fraktionsvorsitzender der SPD Odenwald, fordert, dass Löw nicht nur wegen Posts wie dem aktuellen vom Verfassungsschutz überwacht werden sollte. „Der Post ist der Gipfel des Eisbergs“, sagte Giebenhain. „Wir beobachten seit Jahren, dass Löw in sozialen Netzwerken mit rechtspopulistischen Kommentaren auffällt.“ Er schätzt die „gewaltverherrlichenden“ Posts des Kreistagsabgeordneten wie die Person selbst als „gefährlich“ ein, insbesondere, wenn „Worten Taten folgen“. Kreistagsvorsitzender Rüdiger Holschuh (SPD) distanziert sich ebenfalls deutlich von Löw. „Ich beobachte das Verhalten Löws intensiv. Allein auf die Idee zu kommen, eine nicht bestehende Impfpflicht mit dem Genozid gleichzusetzen, ist unerträglich“, sagt Holschuh. Man habe versucht, dem Problem mittels Geschäftsordnung des Kreistages Herr zu werden, aber in den Sitzungen „sagt er keinen Ton“, poste parallel jedoch abfällige Kommentare über die Mitglieder. Solches Verhalten dürfe in einer Demokratie nicht geduldet werden. Rechtliche Folgen? Nicht nur der aktuelle Fall könnte auch ein rechtliches Nachspiel haben, sofern eine Anzeige vorliegt. Dies wollte und konnte die Staatanwaltschaft Darmstadt auf Nachfrage dieser Redaktion aufgrund des Datenschutzes nicht beantworten. Derweil sammelt Holschuh weiter Screenshots von den Posts Löws und hofft, dass es dem Kreistagsabgeordneten bald nichts mehr nützt, „vorsichtig in der Wortwahl interpretierbare Inhalte zu veröffentlichen“, deren Verbreitung mindestens als „problematisch“ einzuschätzen sei. Der Brombachtaler Löw war 2015 für die AfD in den Kreistag gewählt worden, hatte sich aber kurze Zeit später von seiner Mutterpartei losgelöst und saß dann als Parteiloser im Plenum. In einer Stellungnahme entschuldigt sich Löw: „Falls sich durch die Verwendung des Davidsterns wegen Impfzwang Mitmenschen beleidigt oder angegriffen haben sollten, tut mir das leid. Das war nicht meine Absicht.“ sab Foto: Screenshot Facebook

Bündnissitzung "Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun"

vom 21. Juni 2020

Unsere nächste Sitzung findet am 01.07.2020 um 18.30 Uhr im “Michelstädter Hof”, Rudolf-Marburg Straße 41, 64720 Michelstadt, statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Biedermann und Brandstifter

vom 31. Mai 2020

Die Initiative „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ hält es für untragbar, wie der fraktionslose Kreistagsabgeordnete Jörg Löw (vielen bekannt als Jörg Becker) in den sozialen Netzwerken agiert. Löw hat unter anderem einen gelben Davidstern mit der Aufschrift „nicht geimpft“ gepostet, wie er in den vergangenen Wochen bei den sogenannten Hygiene-Demos zu sehen war. Damit, so die Initiative, würden die Opfer des Holocaust beleidigt und die Verbrechen der Nazis verharmlost. Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, habe es mit den richtigen Worten umschrieben: „Mit Symbolen zu demonstrieren, die an den Holocaust erinnern, ist geschmacklos und verhöhnt die Opfer der Shoa“, schreibt Schuster auf der Internetseite des Zentralrats. „Odenwald gegen Rechts“ appelliert an die Bürger, darauf zu achten, wie sich Kreistagsabgeordnete in den sozialen Medien darstellen. Die Behörden sollten prüfen, ob die Verwendung des Davidsterns in dieser Form als strafbare Handlung zu werten ist. Verf.: Gunther Fuchs für Odenwald gegen Rechts

Einladung zur Bündnissitzung

vom 20. Mai 2020

MICHELSTADT. Zu seiner Sitzung am 26.05.2020 im „Michelstädter Hof“, Rudolf-Marburg-Straße 41, 64720 Michelstadt, lädt das Bündnis “Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun” um 18.30 Uhr alle Interessierten herzlich ein. Themen des Abends werden die sogenannten „Hygienedemos“, Reichsbürger und Antisemitismus im Odenwald, sowie die Planung verschobener Veranstaltungen sein.
Informationen unter info@odenwald-gegen-rechts.de.

Einladung zur Bündnissitzung

vom 20. Mai 2020

MICHELSTADT. Zu seiner Sitzung am 26.05.2020 im „Michelstädter Hof“, Rudolf-Marburg-Straße 41, 64720 Michelstadt, lädt das Bündnis “Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun” um 18.30 Uhr alle Interessierten herzlich ein. Themen des Abends werden die sogenannten „Hygienedemos“, Reichsbürger und Antisemitismus im Odenwald, sowie die Planung verschobener Veranstaltungen sein.
Informationen unter info@odenwald-gegen-rechts.de.

Antisemitische Hetze und Schoa Relativierung

vom 19. Mai 2020

Impfgegnerinnen, Maßnahmen-Gegnerinnen, Faschistinnen, Verschwörungsideologinnen und andere demonstrieren seit einigen Wochen gegen die Pandemie-Maßnahmen. Während man auf der einen Seite den Unmut vieler über die derzeitige Situation verstehen kann – psychische Belastung, finanzielle Schäden und so weiter – so hört unser Verständnis an dem Punkt auf, wenn man Verschwörungsmythen und Corona-Verharmlosungen teilt und gemeinsam mit Faschist*innen „für das Grundgesetz“ demonstriert. Welche „Diktatur“ würde diese Demonstrationen zulassen, wobei die “Demonstranten” auch noch ungestraft alle Auflagen missachten dürfen?

Vielleicht die widerlichste Ausprägung von diesem Nazi-Verschwörungs-Mist ist allerdings die „Nicht geimpft“-Juden-Stern-Anmaßung, die man zuvor schon auf den Corona-Demos massenhaft sehen durfte. Dabei wird versucht, die Schrecken und das Leid von 6 Millionen Menschen, die im Holocaust gestorben sind, für irre Hirngespinste zu instrumentalisieren.

Das hat rein gar nichts mehr mit Kritik zu tun, das ist Antisemitismus pur, extreme Verharmlosung des Holocaust.

Wir leben in keiner Diktatur. Corona ist definitiv gefährlicher als die Grippe. Wir hatten in Deutschland einen im internationalen Vergleich ziemlich milden „Lockdown“. Es gibt eine nachweisbare Übersterblichkeit. Ein Mundschutz ist nicht gefährlich. Anderen Ländern ergeht es in der Pandemie viel schlechter als uns Deutschen. Der Vergleich mit Jüd*innen, die deportiert werden, ist im kaum zu ertragenden Maße geschmacklos und pietätlos.

An alle Corona-Demonstranten: Merkt ihr nicht, wie Menschen mit eurer Naivität Geld verdienen wollen? Was meint ihr, warum man jetzt diese dämlichen Corona-Judensterne verkauft? Sie nutzen euch und eure Sorgen und Probleme aus. Merkt ihr das denn nicht? Die Corona-Maßnahmen werden schon seit langem wieder nach und nach gelockert. Und ihr stellt euch mit dem Grundgesetz da hin. Vielleicht solltet ihr es erst einmal anfangen, zu lesen.

Gesicht zeigen - Stimme erheben

vom 16. März 2020

Diese Veranstaltung fällt dem Coronavirus zum Opfer!!

Einladung zur Bündnissitzung

vom 8. März 2020

MICHELSTADT. Zu seiner Sitzung am 17.03.2020 im Gasthaus “Zum Deutschen Haus”, Bahnhofstraße 20, 64720 Michelstadt lädt das Bündnis “Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun” um 18.30 Uhr alle Interessierten herzlich ein. Themen des Abends werden die Straßenaktion „Gesicht zeigen – Stimme erheben“, die am 21.03.2020 im Rahmen der Wochen gegen Rassismus stattfindet, und die Vorbereitung weiterer Veranstaltungen im April, Mai und Juni 2020 sein. Informationen unter info@odenwald-gegen-rechts.de oder 06061 969911

Fragt uns, wir sind die Letzten

vom 2. März 2020

Achtung -wichtige Mitteilung!!

Die für den 25.03.2020 vorgesehene Zeitzeugenveranstaltung muss leider ausfallen.

Fragt uns, wir sind die Letzten

vom 2. März 2020

Achtung -wichtige Mitteilung!!

Die für den 25.03.2020 vorgesehene Zeitzeugenveranstaltung muss leider ausfallen.

Fragt uns, wir sind die Letzten

vom 23. Februar 2020

Öffentliche Veranstaltung mit Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors

Sie haben den Holocaust überlebt und in Nazi-Konzentrationslagern die Hölle erlebt. Seit Jahren kämpfen sie unermüdlich gegen das Vergessen und das vergiftete Gedankengut der rechten Szene. „Wir müssen dies alles unseren Kindern und Enkelkindern erzählen, damit das, was wir erlebt haben, nie wieder passiert.“ (Birkenau-Häftling Jacek Zieliniewicz) Als Gäste des Maximilian-Kolbe-Werkes und der Diözese Mainz besuchen zum wiederholten Male Zeitzeugen den Odenwald.
Sie waren in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Ravensbrück, Buchenwald sowie im Ghetto Sambor oder mussten in Verstecken ums Überleben kämpfen. Während ihres Besuches berichten sie täglich in Schulen im Odenwaldkreis den Jugendlichen von ihren Erlebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus. Um Interessierten auch außerhalb der Schulen die Möglichkeit zu geben, an den Erfahrungen dieser Menschen teilzuhaben, laden die Initiative ,,Odenwald gegen Rechts”, der DGB-Kreisverband Odenwald, die DGB-Jugend Odw., Pax Christi sowie das Evangelische und Katholische Dekanat Odenwald zu einer öffentlichen Veranstaltung mit diesen Zeitzeugen am Mittwoch, den 25. März 2020 um 19.30 Uhr in das Katholische Gemeindehaus (Franz Pollack-Haus), Böltenerstr. 14, 64739 Höchst im Odenwald herzlich ein.

Bündnissitzung "Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun"

vom 23. Februar 2020

Am 17.03.2020 um 18.30 Uhr im “Deutschen Haus”, Bahnhofstraße 20, 64720 Michelstadt Einladung mit Tagesordnung folgt.

Gesicht zeigen - Stimme erheben

vom 23. Februar 2020

wir vom Bündnis „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ planen für die „Wochen gegen Rassismus 2020“ eine Straßen-Aktion in der Michelstädter Fußgängerzone, wo wir gemeinsam mit vielen gesellschaftlichen Akteuren ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen wollen.

Jede teilnehmende Gruppe oder Einzelperson ist eigenständig in ihrem kreativen Beitrag zum Thema Gesicht zeigen - Stimme erheben und kann auf diese Weise „Farbe bekennen“.

Infostände, kulinarische Angebote, Plakate, Ausstellungen, Spiel, Theater, Tanz, alles ist möglich und erwünscht. Die Aktion findet am Samstag, den 21.03.2020 von 10.00 bis 13.00 Uhr in der Fußgängerzone (Große Gasse) in Michelstadt statt.

Über Ihre Teilnahme freuen würden wir uns sehr freuen!

Akteure melden Sie bitte sich unter info@odenwald-gegen-rechts.de oder 06061 969911 an.

„Politischer Dammbruch in Thüringen“

vom 6. Februar 2020

05.02.2020 Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Odenwaldkreis und das Bündnis “Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun” sind entsetzt über die Ereignisse im Nachbarbundesland Thüringen: „Erstmals haben FDP und CDU zusammen mit der AfD einen Ministerpräsidenten ins Amt befördert, nachdem CDU und FDP noch im Wahlkampf jegliche Zusammenarbeit mit der AfD ausdrücklich ausgeschlossen hatten. Das ist ein durch nichts zu rechtfertigender politischer Dammbruch, ein schwarzer Tag für die Demokratie, für Thüringen und die gesamte Bundesrepublik und ein skandalöser Wort- und Vertrauensbruch, der die Bundespolitik noch lange beschäftigen wird“, so DGB Kreisvorsitzender Harald Staier (Höchst) und DGB Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt). „Die Wahl eines Regierungschefs gemeinsam mit den Faschisten der Höcke-AfD ist ein brandgefährliches Spiel mit dem Feuer“, machen Raupp und Staier deutlich. „Aus der deutschen Geschichte lernen heißt: Kein Paktieren mit Faschisten. Mit Nazis und Antisemiten kann es keine Zusammenarbeit geben. Die Verteidigung der Demokratie erfordert eine sehr klare und sehr deutliche Abgrenzung nach rechts. Dort stehen die Feinde der Demokratie“.

Bündnis gegen Erwin- Hasenzahl - Straße

vom 26. Januar 2020

MICHELSTADT Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts-bunt statt braun“ begrüßt, dass der Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt Michelstadt auf Anregung der „Grünen“ in seiner Sitzung am 23.01.2020 den Vorschlag zurückgewiesen hat, eine Straße nach dem früheren Bürgermeister Erwin Hasenzahl zu benennen. Bereits 1933 ist Erwin Hasenzahl nicht nur Mitglied der NSDAP geworden, sondern hat sich auch freiwillig der SS angeschlossen und sich dort höhere Dienstgrade erworben. Diese zwölf Jahre seines Lebenslaufs können auch von noch so hohen Verdiensten nicht aufgewogen werden. Die SS spielte bekanntlich eine Schlüsselrolle bei der Organisation sowie der Durchführung des Nazi-Terrors und dessen Mördermaschinerie. Dass man in der Vergangenheit Erwin Hasenzahl wegen seiner Verdienste ab 1954 zum Ehrenbürger ernannte sowie eine Halle nach ihm benannte, ist dem früheren weniger kritischen Zeitgeist geschuldet und eigentlich der Ehrungen genug. Es ist nicht einzusehen weshalb nach Berücksichtigung der Historie jetzt auch noch weiterhin unreflektiert eine Straße nach ihm benannt werden sollte. Wir hoffen, dass auch die Stadtverordnetenversammlung Letzteres zurückweist.

Dickes Fragezeichen für Straßen-Eignung in Michelstadt

vom 26. Januar 2020

Echo online 24.01.2020

Altbürgermeister Hasenzahls Stellung im Nationalsozialismus veranlasst Planungsausschuss zum Veto gegen Michelstädter Magistratsbeschluss. Von Manfred Giebenhain

Das Schild der Erwin-Hasenzahl-Straße steht zwar schon, doch Bestand wird es womöglich nicht haben. Der Planungsausschuss jedenfalls ruft das Stadtparlament auf, den Magistratsbeschluss zu kassieren, weil Haltung und Verhalten des namensgebenden Altbürgermeisters im Nationalsozialismus fragwürdig erscheinen. Archivfotos: Joaquim Ferreira/Ernst Schmerker

MICHELSTADT - Wer war Erwin Hasenzahl? Man muss nicht der älteren Generation angehören, um diese Fragen beantworten zu können. 25 Jahre lang, von 1954 bis 1979, lenkte der gebürtige Erbacher (1914-2008) als Bürgermeister die Geschicke von Michelstadt, dies in einer Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg und der Modernisierung der Stadt. Für seine Verdienste wurde er bei seiner Verabschiedung am 26. Juli 1979 zum Ehrenbürger ernannt. Jetzt haben Verwaltung und Magistrat Vorstellungen entwickelt, nach der Sport- und Vereinshalle am Bienenmarktgelände auch eine Straße nach Hasenzahl zu benennen – und die Schilder dafür schon einmal aufstellen lassen. Das war wohl etwas voreilig, denn im Planungsausschuss des Stadtparlaments artikulierten sich gegen die Idee schwere Bedenken: Werde sie verwirklicht, könnte der Stadt mehr Schaden entstehen als vorstellbar, entschied das Gremium und forderte Parlament und Verwaltung dazu auf, von der vorgesehenen Namensgebung abzusehen. Leiten ließen sich die Abgeordneten dabei von Erkenntnissen über Haltung und Verhalten Hasenzahls im Nationalsozialismus. Ihr Veto will Bürgermeister Stephan Kelbert nun zum Anlass nehmen, eine Neubefassung des Magistrats mit dem Thema zu erreichen und dafür auch Rat und Beratung externer Kapazitäten einzuholen. „Wenn wir so zu grundsätzlichen Kriterien gelangen, hat das Ganze etwas Gutes“, sagte Kelbert dem ECHO.

MICHELSTADTS BÜRGERMEISTER UND IHRE STRASSEN Erwin Hasenzahl (1914-2008) wäre in der jüngeren Geschichte der fünfte Bürgermeister in Folge, den Michelstadt mit der Benennung einer Straße würdigen würde. In der Kernstadt tragen bisher vier Straßen den Namen von Personen, die Bürgermeister waren. Gewürdigt werden so bisher die Sozialdemokraten Heinrich Ritzel (1893-1971), der 1919 im Alter von 26 Jahren Stadtoberhaupt wurde und dies bis 1930 blieb, Adam Wöber, der von 1946 bis 1954 an der Spitze der Stadt stand, und Karl Neff (1882-1958), der von 1930 bis zur Absetzung 1933 durch die Nationalsozialisten das Amt innehatte. Der Name Landrat-Neff-Straße wird dabei seiner späteren und noch wichtigeren Funktion als erster Nachkriegs-Landrat des Kreises Erbach gerecht. Schließlich ist die Dr.-Anton-Leber-Straße dem Bürgermeister gewidmet, der von 1933 bis 1945 für die NSDAP der Stadt vorstand, allerdings zugleich für ein Umdenken gegen Kriegsende und die freiwillige Übergabe Michelstadts an die Amerikaner steht. (mgi)

Für das, was sich ohne dies feststellen lässt, interessierten sich auch ein halbes Dutzend Zuhörer. Unter ihnen befand sich Heinz-Otto Haag, bekannt insbesondere durch seine Forschungsarbeiten über das Schicksal der von den Nazis verschleppten und ermordeten Bürger von Michelstadt. Als am Ende der lang anhaltenden und kontrovers geführten Diskussion Haag vom Ausschussvorsitzenden Andreas Kräuter um eine Stellungnahme gebeten wurde, drückte dies der Sitzung den Stempel auf. Die darauffolgende Abstimmung erbrachte ein deutliches Bild: Bei fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung widersetzte der Ausschuss sich der Empfehlung des Magistrats, der sich bereits Ende November 2019 für die Straßenbenennung ausgesprochen hatte. KOMMENTARE
Kommentar zur Straßensache Hasenzahl: Ungewollte Großtat Haags Ausführungen zufolge weist die Spruchkammerakte der Alliierten Hasenzahl als SS-Stabsscharführer (entspricht etwa einem Kompaniefeldwebel) aus. Dementsprechend war der Odenwälder auch anfangs in die Gruppe 1 (Hauptschuldige) eingestuft worden, was zwei Jahre Untersuchungshaft in Darmstadt zufolge hatte. Erst im Berufungsverfahren und aufgrund eines Gnadengesuchs sei er im Dezember 1949 aus gesundheitlichen Gründen in die Gruppe 4 herabgestuft und auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, berichtete Haag weiter und stellte damit ein anderes Bild von Hasenzahl neben dessen populäres Profil als Architekt des Nachkriegsaufstiegs seiner Stadt. Die Altstadtsanierung gilt ebenso sehr als sein Werk wie der Weihnachtsmarkt oder der Bienenmarkt. Seine Handschrift tragen zudem die Städtepartnerschaften mit Rumilly und Hulst mit der Völkerversöhnung als Leitgedanke. Auf der politischen Bühne war Hasenzahl unter anderem Mitbegründer der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) im damaligen Kreis Erbach. An diesen Verdiensten wollte in der Sitzung niemand zweifeln. Deren Wert machte Bürgermeister Stephan Kelbert geltend, um die Motivation des Magistrats auch mit der Überzeugung zu erklären, dass Hasenzahl „als Bürgermeister mit einer gewissen Amtszeit“ eine Straßenbenennung verdiene. Tim Koch (Grüne) setzte dieser Meinung die aus seiner Sicht nicht mit einer Ehrung per Straßenname zu vereinbarende andere Seite des gelernten Kaufmanns entgegen: 1933 Beitritt zur NSDAP, der er bis zum Ende der Nazizeit angehörte, und Mitgliedschaft in der Schutzstaffel (SS), „der schlimmsten Mörderbande in der Geschichte der Menschheit“, so Tim Koch. Als Regionalforscher Haag dem die Preisgabe seiner Erkenntnisse hinzufügte, erreichte die Betroffenheit unter den Abgeordneten fast greifbare Stärke. Nun gelte es, Schaden von der Stadt abzuwenden, stimmten mehrere Abgeordnete überein. Eine Beibehaltung des Straßennamens unter diesen Umständen könnte Michelstadt bundesweit in ein äußerst negatives Licht mit entsprechenden Schlagzeilen versetzen und einen Shitstorm hervorrufen, warnte etwa Alexander Hahn (ÜWG).

„Politischer Totalausfall im Kampf gegen die rechtsextreme Bedrohung“

vom 2. Januar 2020

Scharfe Kritik des DGB Odenwaldkreis zum „Nein“ der CDU Brensbach zum Beitritt der Gemeinde zum Bündnis Odenwald gegen Rechts - Lob für die Initiative junger Menschen und für Bürgermeister Rainer Müller und die SPD

26.12.2019 ODENWALDKREIS. „Mit ihrem ideologisch motivierten Nein zum Beitritt der Gemeinde Brensbach zum „Bündnis Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ hat sich die CDU-Fraktion in Brensbach als politischer Totalausfall im Kampf gegen die rechtsextreme Bedrohung erwiesen“, betont der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Odenwaldkreis, der zu den Gründungsmitgliedern des Bündnisses gehört und dort aktiv mitarbeitet. „Das Abstimmungsverhalten der CDU ist peinlich und beschämend und politisch ein Armutszeugnis“. DGB-Kreisvorsitzender Harald Staier (Höchst) und DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) stellen klar: „Das Bündnis Odenwald gegen Rechts setzt sich seit vielen Jahren mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen überparteilich für ein tolerantes und friedliches Miteinander, gegen Gewalt, Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie und für eine offene, tolerante und bunte Gesellschaft ein. Das Engagement von Odenwald gegen Rechts leistet einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Verteidigung der Demokratie gegen die rechtsextreme Bedrohung, die diese Demokratie abschaffen will und die Menschenwürde mit Füßen tritt“. Ausdrücklich lobt der DGB den Brensbacher Bürgermeister Rainer Müller (SPD) und die SPD-Fraktion für ihr klares Ja zum Beitritt bei Odenwald gegen Rechts: „Brensbach hat das große Glück, junge motivierte Menschen zu haben, die sich klar gegen rechts engagieren und auf deren vorbildliche Initiative der Antrag zurückgeht, der von Bürgermeister Rainer Müller und der SPD mit Nachdruck unterstützt wurde, während die CDU geschlossen mit Nein stimmte und die UWG-Fraktion sich mehrheitlich enthalten hat“. „Von einem „linkslastigen Bündnis“ zu sprechen, wie dies die CDU Brensbach tut, ist völliger Unsinn“, stellt der DGB fest. Der DGB betont, dass auch das Evangelische Dekanat Odenwald und das Katholische Dekanat Odenwald dem Bündnis angehören, außerdem acht Städte und Gemeinden, darunter die CDU-regierten Gemeinden im Gersprenztal, Fränkisch-Crumbach und Reichelsheim. Der DGB weist zudem da-rauf hin, dass das vorbildliche demokratische Engagement von Odenwald gegen Rechts mit mehreren Auszeichnungen prämiert wurde, unter anderem vom CDU-geführten Hessischen Sozialministerium und der Bundeszentrale für politische Bildung. „Wir begrüßen, dass im Bündnis Odenwald gegen Rechts drei demokratische Parteien mitarbeiten, nämlich die SPD, die Grünen und die Linke. Allen anderen demokratischen Parteien steht die Mitarbeit im Bündnis selbstverständlich offen“.
DGB-Regionssekretär Horst Raupp und DGB-Kreisvorsitzender Harald Staier erinnern daran, dass in Deutschland seit 1990 fast zweihundert Menschen von Neonazis, Rassisten und Antisemiten ermordet wurden. Dazu kommen jedes Jahr tausende weiterer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Straftaten: Volksverhetzung, Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, die Verwüstung jüdischer Friedhöfe, Hakenkreuzschmierereien, die Bedrohung von Mandatsträgern und demokratisch engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Mordaufrufe, Überfälle mit Körperverletzungen, und wie zuletzt in Halle, immer wieder Morde. „Auch der Fall des Kassler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU), eines engagierten Christen und aufrechten Demokraten, der durch einen Neonazi feige ermordet wurde, sollte der CDU Brensbach sehr deutlich zeigen, wie wichtig es ist, aktiv gegen rechte Hetze und rechte Gewalt einzutreten, wie dies Odenwald gegen Rechts seit vielen Jahren macht“. Als „völlig absurd“ empfindet der DGB den Vorwurf der Brensbacher CDU, dass Odenwald gegen Rechts zusammen mit dem DGB alljährlich zum Odenwälder Friedensmarsch aufruft: „Wir sind stolz darauf, dass wir zusammen mit vielen friedensbewegten Menschen im Odenwaldkreis für Frieden und Abrüstung auf die Straße gehen“. Der DGB betont, dass dem Odenwälder Friedenmarschbündnis auch das Evangelische und das Katholische Dekanat Odenwald angehören: „Die CDU Brensbach, die das große „C“ im Parteinamen führt, sollte sich überlegen, dass sie sich ihrem polemischen Rundumschlag in der Frage der Verteidigung der Demokratie gegen die rechtsextreme Bedrohung und in der Friedensfrage auch gegen die beiden großen christlichen Kirchen stellt. Beides sollte für die Mitglieder einer Partei, die sich selbst „christlich“ nennt, Anlass zum ernsthaften Nachdenken sein“.

"Deutschland, gute Nacht!"

vom 1. Januar 2020

Der rechte Mob zieht durch die Stadt, “Kanaken raus”, grölen sie im Chor. Manch einer streckt ganz unverblümt zum Hitlergruß den Arm empor. Helle Haut jagt dunkle Haut über die Straßen hasserfüllt, während die Meute applaudiert und unmenschliche Parolen brüllt.

Und in der Pressekonferenz der Populisten heißt es sachlich, wohl durchdacht, dass wir für die Wut der Bürger auch Verständnis haben müssten. Verständnis für Rassismus? Deutschland gute Nacht!

Sie treffen sich ganz ungeniert - sind sie noch ihrer Sinne Herr?- und verurteilen öffentlich die Rettungsaktion im Mittelmeer. Der Einpeitscher am Mikrophon geht nun rhetorisch in die Vollen. Schon hallt es aus dem Publikum, dass sie doch absaufen sollen.

Und in der Pressekonferenz der Populisten heißt es dazu sachlich, wohl durchdacht, dass wir für die Wut der Bürger auch Verständnis haben müssten. Verständnis für das Grauen? Deutschland, gute Nacht!

Über jedes Problem, die Unzufriedenheit, jeden Missstand, jeden Machtmissbrauch, jedes faule System und Verschwendung auch müssen wir heftig debattieren, ein Narr, wer das nicht unterschreibt, solang dabei die Menschenwürde auch wirklich unantastbar bleibt.

Und in der Pressekonferenz der Populisten wird ein totgeglaubter Irrsinn exhumiert. Er schickt sich an, sich wieder in den Köpfen einzunisten. Und die Menschlichkeit wird eiskalt abserviert.

Doch mit der Kraft all derer, die sich dem nicht beugen, dem Leben zugewandt, der Freiheit zugetan, mit Mut und Mitgefühl, die von Herzensbildung zeugen, bricht ein neuer Tag in Deutschland an, bricht ein neuer Tag in Deutschland an! (Klaus-André Eickhoff)

AfD-Angriff auf Nazigegner

vom 18. Dezember 2019

Antifaschisten als „rote SA” bezeichnet

Im hessischen Landtag griff AfD-Sprecher Frank Grobe am 13. Dezember die Abgeordneten der SPD und der Linkspartei mit den Worten an: „Da sitzen die Freunde der Antifa”, das sei „die rote SA”; Antifa sei eine „Terrororganisation”. Grobe außerdem: Vom SPD-Abgeordneten Marius Weiß „haben wir Fotos” (von der Teilnahme an einer Protestkundgebung gegen die AfD). Zu diesen Angriffen auf Nazigegner erklärte die hessische Verfolgtenorganisation VVN-BdA: „Deutschland und ganz Europa haben die bittere Erfahrung machen müssen, wohin Hetze, Antisemitismus und Rassismus führen, wie sie heute auch Bestandteil der AfD sind und von dieser gefördert werden. Wenn hessische AfD-Politiker Nazigegner, darunter Sozialdemokraten und Linke, als ‘rote SA’ bezeichnen, ist das ein Angriff auf alle demokratischen Kräfte, die sich einer gefährlichen Entwicklung entgegenstellen. Die Politik der AfD fördert den Faschismus. Deshalb ist es richtig und notwendig, jeder Entwicklung zu faschistischen Zuständen gemeinsam entgegenzutreten. Das ist die Lehre aus 1933 und den Jahren davor.” (Quelle: Pressemitteilung der VVN-BdA vom 17.12.2019)

Odenwald gegen Rechts lädt ein

vom 6. Dezember 2019

MICHELSTADT. Zu seiner ersten Sitzung im Neuen Jahr lädt das Bündnis “Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun” alle Interessierten herzlich ein. Wir treffen uns am 08. Januar 2020 im Gasthaus “Zum Deutschen Haus” , Bahnhofstraße 24, 64720 Michelstadt. Hauptthema des Abends wird der Veranstaltungsplan für 2020 sein.

Weitere Informationen unter Telefon: 06061 969911 E-Mail: info@odenwald-gegen-rechts.de

Für Menschlichkeit und gegen Antisemitismus und rechte Hetze

vom 14. Oktober 2019

„Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ nimmt Stellung zu Terror in Halle

Die Initiative „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ ist durch die grausamen Morde in Halle an der Saale erschüttert, aber nicht überrascht. Die Radikalisierung von Rechts schreitet ungebremst voran, offen faschistische, vernichtungsantisemitische Internetforen sind jedermann frei zugänglich und Parteien, die mit einem apokalyptischen Überfremdungswahn die Menschen aufhetzen, machen ungezügelt weiter. Alles, was bei diesem schrecklichen Vorfall noch mehr Tote verhindert hat, war die Stabilität der Türen der Synagoge in Halle und die Unzuverlässigkeit der selbstgebauten Schusswaffen, die der Täter eingesetzt hatte.

Dass die Sicherheit der jüdischen Gotteshäuser an ihren hohen Feiertagen durch die Polizei gewährleistet werden muss, ist ein bitteres Zeugnis einer gesellschaftlichen Verrohung. Die stillschweigende Duldung rechter Hetze im Internet muss endlich aufhören. Und nicht zuletzt darf die Gesellschaft nicht länger so tun, als seien Verschwörungstheorien rund um Migration, Feminismus und Judentum legitime Bestandteile des öffentlichen Diskurses.

Sofern sich hier nichts ändert, sind weitere Gewalttaten wie diese eine Frage der Zeit. Unser Mitgefühl und Beileid gilt den Betroffenen.

Bündnissitzung "Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun"

vom 13. Oktober 2019

12.11.2019 um 18.30 Uhr im Deutschen Haus, Michelstadt

Einladung folgt

Faschismus? Das war einmal!?

vom 13. Oktober 2019

Das ist die Verirrung vergangener Generationen und heute gar nicht mehr möglich? So zumindest ist die landläufige Meinung unter den Schülern des Gymnasiallehrers Rainer Wenger (Jürgen Vogel). Damit kann sich Herr Wenger nicht abfinden. Er startet in seiner Klasse ein Experiment, das den Schülern die Entstehung einer Diktatur am eigenen Leibe vor Augen führen soll. Die Schüler sollen eine Organisation formen, in der Begriffe wie Disziplin und Gemeinschaft die wichtigsten Güter sind. Er selbst ernennt sich zum Anführer der Bewegung und tauft sie: Die Welle. Doch wo Gemeinschaft ist, gibt es schnell auch diejenigen, die nicht dazu gehören wollen oder sollen. Schon wenige Tage nach Beginn des Experiments, werden diese Außenseiter von den Mitgliedern der Welle gemobbt, gehänselt und es kommt noch schlimmer. Wenger muss erkennen, dass er die Kontrolle über das Experiment zunehmend verliert und dass die Lektion für seine Schüler auch ihn unvorbereitet trifft. Die Welle ist die Verfilmung des Romans von Morton Rhue. Dieser geht wiederum auf eine reale Begebenheit zurück: Ein Experiment, das 1967 unter dem Namen ‘The Third Wave’ in Kalifornien stattfand. Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun“ lädt in Kooperation mit dem DGB und der Gemeinde Brensbach zu einer Vorführung dieses hochaktuellen Films am 07.11.2019 um 19.00 Uhr in die Kulturhalle des Gemeindezentrums, Ezyer Straße 5, 64395 Brensbach ein. Der Eintritt ist frei.

Kleine Frau - was nun? Der Weg in die Weimarer Republik

vom 30. September 2019

Chawwerusch kommt am 18. Oktober 2019 erneut nach Michelstadt und zeigt ein spannendes Theaterstück über die erste Demokratie in Deutschland Nach der erfolgreichen Aufführung des Theaterstücks „Maria hilf“ im Mai 2019 mit fast 250 Besucher/innen kommt das Chawwerusch-Theater erneut in den Odenwaldkreis. Am Freitag, dem 18. Oktober 2019, 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) wird in der Odenwaldhalle in Michelstadt das Theaterstück „Kleine Frau - was nun? Der Weg in die Weimarer Republik“ gezeigt.

Karten gibt es für 15 € an der Abendkasse 13 € im Vorverkauf (Erwerbslose und Schüler/innen: 12 € (10 €).

Veranstalter sind die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Odenwaldkreis, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Odenwaldkreis, die Gewerkschaften ver.di Odenwaldkreis, IG BCE-Ortsgruppe Unterzent, GEW Odenwaldkreis und EVG Südhessen, der Sozialverband VdK und das Bündnis Odenwald gegen Rechts. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung. Chawwerusch ist ein professionelles Theaterkollektiv aus der Südpfalz, das Geschichte und Geschichten erlebbar macht.

2018 jährte sich das Ende des Ersten Weltkrieges und der Beginn der ersten deutschen Demokratie zum 100. Mal. Die Produktion des Chawwerusch Theaters „Kleine Frau - was nun? Der Weg in die Weimarer Republik“ widmet sich dieser spannenden Zeit der Umbrüche, in der „Alles auf Anfang“ stand. Das Theaterstück beleuchtet den Aufbruch in die Demokratie: neue Hoffnungen, neue soziale Errungenschaften, das Frauenwahlrecht - aber auch die Bedrohung der jungen Demokratie durch rechte Hetze, gewalttätige reaktionäre und rechtsextreme Organisationen und aufkommenden Faschismus.

Karten gibt es im Vorverkauf:

  • Buchhandlung Schindelhauer (Michelstadt)
  • Buchhandlung Paperback (Bad König)
  • Buchhandlung Probst/Mäding (Höchst)
  • Buchhandlung Roter Hering (Höchst)
  • Weltladen Brensbach
  • Bücherladen Hopala (Fränkisch-Crumbach)
  • Schreibwaren-Friedrich (Reichelsheim)
  • in der Geschäftsstelle der AWO, Stadtring 168 (3. Etage) in Michelstadt, Tel.: 06061 / 979230, e-mail: a.lust@awo-odenwald.de
  • im DGB Büro Odenwaldkreis, Bahnhofstraße 39 in Bad König, Tel.: 06063 / 5899826, e-mail: infobuero.odenwaldkreis@dgb.eu

Einladung zur Bündnissitzung

vom 16. September 2019

Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ lädt alle Interessierten zu seiner Sitzung am Mittwoch, den 18.09.2019 um 19.30 Uhr ins Gasthaus „Zum Deutschen Haus“, Bahnhofstraße 22, 64720 Michelstadt herzlich ein. Die Interkulturellen Wochen (IKW) 2019, bilden den Schwerpunkt des Abends. Die Beiträge unseres Bündnisses zur IKW umfassen die Doppel-Ausstellung „Hass vernichtet – Nächstenliebe verbindet“, die noch bis zum 20.09.2019 werktags von 14.00 – 19.00 Uhr in der Aula der TLS (Theodor-Litt-Schule) in Michelstadt zu sehen ist. Die Vorführung des hochaktuellen Films „Die Welle“ erfolgt am 25.09. um 19.00 Uhr im Stadtmuseum in der Kellerei in Michelstadt. Bei der Aktion „Vielfalt auf dem Marktplatz“, die am 21.09. von 14.00 bis 18.00 Uhr vor dem Alten Rathaus in Michelstadt stattfindet, werden wir mit einem Infostand und dem „Anti-Rassismus-Fahrrad“ vertreten sein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Faschismus? Das war einmal!?

vom 16. September 2019

Das ist die Verirrung vergangener Generationen und heute gar nicht mehr möglich? So zumindest ist die landläufige Meinung unter den Schülern des Gymnasiallehrers Rainer Wenger (Jürgen Vogel). Damit kann sich Herr Wenger nicht abfinden. Er startet in seiner Klasse ein Experiment, das den Schülern die Entstehung einer Diktatur am eigenen Leibe vor Augen führen soll. Die Schüler sollen eine Organisation formen, in der Begriffe wie Disziplin und Gemeinschaft die wichtigsten Güter sind. Er selbst ernennt sich zum Anführer der Bewegung und tauft sie: Die Welle. Doch wo Gemeinschaft ist, gibt es schnell auch diejenigen, die nicht dazu gehören wollen oder sollen. Schon wenige Tage nach Beginn des Experiments, werden diese Außenseiter von den Mitgliedern der Welle gemobbt, gehänselt und es kommt noch schlimmer. Wenger muss erkennen, dass er die Kontrolle über das Experiment zunehmend verliert und dass die Lektion für seine Schüler auch ihn unvorbereitet trifft. Die Welle ist die Verfilmung des Romans von Morton Rhue. Dieser geht wiederum auf eine reale Begebenheit zurück: Ein Experiment, das 1967 unter dem Namen ‘The Third Wave’ in Kalifornien stattfand. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen lädt das Bündnis „Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun“ in Kooperation mit dem DGB und der Stadt Michelstadt zu einer Vorführung dieses hochaktuellen Films am 25.09.2019 um 19.00 Uhr in das Stadtmuseum in der Kellerei, Storchenwinkel 3, 64720 Michelstadt ein. Der Eintritt ist frei.

Einladung zur Bündnissitzung

vom 9. August 2019

Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ lädt alle Interessierten zu seiner Sitzung am Mittwoch, den 14.08.2019 um 19.30 Uhr ins Gasthaus „Zum Deutschen Haus“, Bahnhofstraße 22, 64720 Michelstadt herzlich ein. Die Vorbereitungen für die Interkulturelle Woche (IKW) 2019, bilden den Schwerpunkt des Abends. Die geplanten Beiträge unseres Bündnisses zur IKW umfassen die Ausstellung „Hass vernichtet“ verbunden mit mehreren Schülerworkshops in der TLS (Theodor-Litt-Schule) in Michelstadt. Die Ausstellungseröffnung mit der Aktivistin Irmela Mensah-Schramm ist am 11.09.2019 um 18.00 Uhr. Die Vorführung des Films „Die Welle“ erfolgt am 25.09. um 19.00 Uhr im Stadtmuseum in der Kellerei in Michelstadt. Bei der Aktion „Vielfalt auf dem Marktplatz“, die am 21.09. von 14.00 bis 18.00 Uhr vor dem Alten Rathaus in Michelstadt stattfindet, werden wir mit einem Infostand und dem „Anti-Rassismus-Fahrrad“ vertreten sein. Weiterhin wird u.a. die Teilnahme an der Demonstration zum Antikriegstag (1.9.) in Frankfurt geplant. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Nähere Informationen unter 06061 969911.

„Auf dem rechten Auge blind“

vom 13. Juli 2019

„Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ nimmt Stellung zum Mord an Walter Lübcke

Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten hat große Bestürzung ausgelöst. Nachdem Stephan Ernst, ein seit über 20 Jahren aktiver Neonazi, den Mord gestanden hat, wird seitens der Politik erneut betont, dass nunmehr die rechte Szene besonders in den Fokus genommen wird.

Das begrüßen wir ausdrücklich, aber gleichzeitig wird offensichtlich wie sehr in den letzten Jahrzehnten zumindest weite Teile der Sicherheitsbehörden und besonders des Verfassungsschutzes auf dem “rechten Auge blind” waren. Daran haben die zehn NSU-Morde und die hierzu eingerichteten Untersuchungsausschüsse nichts geändert. Zuerst wurden die Angehörigen verdächtigt und kriminalisiert. Selbst als die Verbrecher enttarnt waren, wurde zu lange an der Einzeltätertheorie festgehalten. Die Netzwerke und Unterstützer blieben unbeachtet.

Offizielle Zahlen von Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 werden mit kaum mehr als 50 beziffert, die tatsächliche Zahl liegt bei fast 200. Geschieht ein Verbrechen, wird meist der politische Zusammenhang negiert. Wie kann es sein, dass fast 500 Haftbefehle gegen rechte Gewalttäter nicht vollstreckt werden? Wie kann es sein, dass die Behörden nicht zusammenarbeiten, Akten geschreddert werden? Was ist mit den Akten des Mörders des Regierungspräsidenten Walter Lübcke? Angeblich sind sie nicht vernichtet, dürfen aber nicht verwendet werden.

Nun da ein Vertreter des Staates Opfer geworden ist, geben Behörden und Politik zu, dass das rechte Spektrum von AfD und extremer Rechter deutlicher in das Zentrum der Ermittlungsarbeit gerückt werden muss. Wenn die Empörung gegen Rechtsextreme, die wir bisher oft vermisst haben, ernst gemeint ist, dann muss gehandelt werden. Dazu gehört eine klare Abgrenzung gegenüber der AfD, denn sie hat deutlich dazu beigetragen, rechtes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Das Schlimme daran ist: viele Forderungen der AfD wurden aus opportunistischen Gründen (Stimmenfang) aufgegriffen, wie sich u.a. an der Verschärfung des Asylrechts und an der Sicherheitsdebatte zeigen lässt.

Wenn heute Politiker als Kämpfer gegen Rechts auftreten, sind das leere Worte, solange nicht Sperrvermerke vom Tisch sind, Akten zugänglich sind, die Rolle des Verfassungsschutzes geklärt wird, konsequent jede Vernetzung und Unterstützung aufgedeckt wird, auch in der Polizei, in der Bundeswehr, in der Verwaltung, kurz: in allen Bereichen. Gerade wurde bekannt, dass die Sperrfrist der NSU-Akten von 120 auf 30 Jahre „verkürzt“ wird. Der berechtigte Anspruch auf eine schonungslose und umfassende Aufklärung der Verbrechen soll damit verhindert werden.

Wir fordern mit aller Deutlichkeit die Hessische Landesregierung auf, die NSU-Akten und alle anderen Akten, die zur umfassenden Aufklärung der Morde beitragen, offenzulegen. Anders kann eine Auseinandersetzung mit rechtem Terror in Deutschland nicht stattfinden.

Einladung zur Bündnissitzung

vom 4. Juni 2019

Einladung zur Bündnissitzung

Das Bündnis „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ lädt alle Interessierten zu seiner Sitzung am Mittwoch, den 05.06.2019 um 19.30 Uhr ins Gasthaus „Zum Deutschen Haus“, Bahnhofstraße 22, 64720 Michelstadt herzlich ein. Die Vorbereitungen für die Interkulturelle Woche (IKW) 2019, bilden den Schwerpunkt des Abends.

Die bisher geplanten Beiträge unseres Bündnisses zur IKW umfassen die Ausstellung „Hass vernichtet“ verbunden mit einem Schülerworkshop in der BSO (Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis) in Michelstadt, eine Filmvorführung „Die Welle“ voraussichtlich in Brensbach sowie die Teilnahme am Markt der Möglichkeiten.

Weiterhin werden rechtsextreme Aktivitäten in Mörlenbach, Michelstadt-Steinbach und ein völkisches Siedlungsprojekt im Raum Darmstadt erörtert.

Nähere Informationen unter 06061 969911.

Odenwald gegen Rechts und DGB Odenwaldkreis verurteilen Hakenkreuz- Schmiererei an der jüdischen Synagoge in Michelstadt

vom 13. April 2019

DARMSTADT - Nach dem Rufen verfassungsfeindlicher Parolen und dem Zeigen des Hitlergrußes endete der Donnerstag für einen 46 Jahre alten Mann zunächst im Polizeigewahrsam. In der Nacht, kurz vor 24 Uhr, hatten Zeugen die Polizei verständigt. Der 46-Jährige hatte, offenbar infolge erheblichen Alkoholkonsums, im Bahnhofsbereich lautstark durch sein Verhalten die Aufmerksamkeit von Bahnreisenden auf sich gezogen. Die hinzugeeilten Beamten des 2. Polizeireviers nahmen den Beschuldigten sofort fest und brachten ihn zur Wache. Dort wurde er am frühen Donnerstagmorgen, nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen, wieder auf freien Fuß gesetzt. In gleich mehreren Strafverfahren, wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und des Verdachts der Volksverhetzung, wird er sich nun zukünftig verantworten müssen. In diesem Zusammenhang hatte der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen und die Verfahren eingeleitet.