Anschlagsziele auch im Odenwaldkreis?

Polizei stellt Beweismaterial bei Neonazi-Terrorzelle in Zwickau sicher

Pressemitteilung   19.01.12
ODENWALDKREIS. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Neonazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) in Zwickau wurde von der Polizei zahlreiches Beweismaterial sichergestellt. Darunter befinden sich auch umfangreiche Daten von Personen und Institutionen im Odenwaldkreis, darunter die Geschäftsstelle der Odenwälder SPD in Michelstadt.

Die Sozialdemokratische Partei im Odenwaldkreis (SPD), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Odenwaldkreis und die Initiative „Odenwald gegen Rechts“ (OgR) machen deutlich: „Wenn Personen und Institutionen im Odenwaldkreis im Visier einer rechtsextremen Terrorzelle aus Zwickau stehen, stellt sich die Frage, wer die entsprechenden Informationen für mögliche Anschlagsziele im Odenwaldkreis an die Zwickauer Terrorzelle gemeldet hat. Offensichtlich war die Terrorzelle im rechtsextremen Lager breit vernetzt bis nach Südhessen hinein“.

SPD, DGB und OgR verweisen auf die breite Blutspur, die der braune Mordterror durch Deutschland gezogen hat und bekräftigen erneut ihre Forderung nach einem sofortigen Verbot aller neofaschistischen Parteien und Organisationen: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Der braune Sumpf muss endlich trocken gelegt werden“.

Alle drei Organisationen machen deutlich: „Gegen rechte Gewalttäter muss energisch durchgegriffen werden. Auch die von der schwarzgelben Bundesregierung drastisch zusammengestrichenen Programme zur Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Programmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Neofaschismus müssen deutlich aufgestockt und erweitert werden. Ebenso wird die hessische Landesregierung aufgefordert, konsequent und nachhaltig gegen Rechtsextremismus vorzugehen“.

SPD, DGB und OgR rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, allen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten: „Hier ist die Zivilcourage jedes einzelnen gefordert“.

Horst Raupp
Regionssekretär

Football is Freedom !

Samstag, dem 4. Februar 2012 um 16 Uhr

in Höchst in der Halle des TSV, Jahnstraße 

TSV Höchst und Odenwald gegen Rechts laden Sportler und Bevölkerung zu Filmvorführung und Diskussion ein.
Formen von Diskriminierung und Rechtsextremismus – Rassismus, Sexismus und Homophobie – machen auch vor dem „Volkssport Nr. 1“ in Deutschland nicht halt. Mit einem Filmprojekt griffen das Fanprojekt des SV Darmstadt 98 und die Aktionsgemeinschaft bewegungsorientierte Sozialarbeit e.V. mit Jugendlichen der Ultras des SV Darmstadt 98 diese Themen auf und drehten einen Dokumentationsfilm. Dabei kommen zahlreiche Menschen zu Wort: Promis wie Steffi Jones, aber auch ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene.

Ab 15 Uhr kann in der Halle eine Ausstellung über Erkennungszeichen und Codes der rechtsextremen Szene besichtigt werden.

Nach dem Film stehen unter Moderation von Roger Nisch (DGB-Jugend) verschiedene Gesprächspartner für Rückfragen und Diskussion zur Verfügung: unter anderem Manfred Forell von der Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstrasse. Auch Vertreter der Ultras Darmstadt, des Fanprojektes und der Mannschaft des SV Darmstadt 98 sind eingeladen.

Organisiert wird die Veranstaltung vom Bündnis Odenwald gegen Rechts (OgR) in Zusammenarbeit mit TSV und Gemeinde Höchst. Der TSV-Vorsitzende und Bürgermeister Horst Bitsch, die Kinder- und Jugendförderung des Odenwaldkreises und der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Odenwaldkreis unterstützen die Veranstaltung tatkräftig.

Von den Nazis gehetzt in Haft genommen

Odenwälder Echo 24. September 2011  | Von Gabriele Lermann

Odenwälder Schicksale: Wolfgang Stapp würdigt Zivilcourage und antifaschistisches Engagement gegen Nazi-Willkür

NEUSTADT. 

Widerstand: Franz Brunner aus Neustadt musste als Kommunist in der Nazizeit ins Konzentrationslager. Repro: Gabriele Lermann

Zehn Jahre seines Lebens der Freiheit und in Folge der Gesundheit beraubt, dies Schicksal widerfuhr dem Neustädter Georg Koch. „Sein Verbrechen war Zivilcourage und antifaschistisches Engagement“, erklärt der Regionalhistoriker Wolfgang Stapp. Am Montag referierte der Höchster im Bürgersaal des alten Rathauses über das Schicksal mutiger Ortsbürger, die im Widerstand gegen den National-Sozialismus verfolgt und inhaftiert wurden. Im Publikum waren auch Nachkommen der Verfolgten vertreten, die die Ausführungen Stapps manchmal aus der Sicht des Selbsterlebten bestätigen konnten.

Odenwald gegen Rechts setzt auf Zivilcourage

ODENWALDKREIS. Die Initiative „Odenwald gegen Rechts“ setzt auf Zivilcourage in der Auseinandersetzung mit allen Erscheinungsformen von Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus: „Die feige, verbrecherische Ermordung von mehr als 70 Menschen durch einen Rechtsextremisten in Norwegen, die Aufrufe zu Hass und Gewalt durch Neonazis in Deutschland und die Bedrohung von engagierten Demokratinnen und Demokraten zeigen, wie wichtig zivilgesellschaftliches Engagement gegen rechtsextreme Parolen sind“.

Für geisteskrank erklärt und ermordet

Odenwälder Echo
25. Mai 2011  | anni

Zeitgeschichte: Wolfgang Stapp widmet sich in seinem Vortrag „Widerstand gegen den Nazi-Terror in Lützelbach“ auch dem erschütternden Schicksal von Johann Saul

Örtlicher Widerstand gegen Willkür der Nazis

 16. Mai 2011  | e

Odenwälder Echo

Vortrag: Wolfgang Stapp erzählt über Helden des Alltags, die oftmals Leib und Leben wagten

LÜTZEL-WIEBELSBACH. 


Die Gemeinde Lützelbach, der örtliche Heimat- und Geschichtsverein, der DGB Unterzent und Odenwald gegen Rechts sowie die Naturfreunde laden zu einem Vortrag von Wolfgang Stapp am Donnerstag (19.) um 19.30 Uhr in den Clubraum der Fritz Walter Halle in Lützel-Wiebelsbach ein,

Wie der Wolf im Schafspelz zu erkennen ist

Odenwälder Echo
23. März 2011  | pat

Rechtsextremismus: Referent schärft am Michelstädter Gymnasium den Blick auf Ursachen und Ausdrucksformen

MICHELSTADT. 

Die Zeiten, in denen ein „Rechter“ an seiner Glatze, Bomberjacke und weiß geschnürten Springerstiefeln erkennbar war, sind vorbei.

Gewalt erkennen und begegnen

Vortrag „Wölfe im Schafspelz“ im Begleitprogramm zur Ausstellung „echt fair“.
Gewaltbereitschaft und Ablehnung des politischen und gesellschaftlichen Systems sind Merkmale der Rechtsextremisten, deren wichtigste Zielgruppe im „Kampf um die Straße“ und „im Kampf um die Köpfe“ mittlerweile Kinder und Jugendliche sind. Mit Musik und gleichzeitiger Relativierung ihrer Radikalität wollen die scheinbar Harmlosen, die „Wölfe im Schafspelz“, die Jugendlichen locken.

Wider das Vergessen des Unvorstellbaren

29. Januar 2011  |  hds

Vortrag: Die pädagogische Leiterin der KZ-Gedenkstätte Osthofen, Ramona Dehoff, referiert in Bad König

BAD KÖNIG. 

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Gebannte Aufmerksamkeit: Die Referentin Ramona Dehoff (rechts) sprach in Bad König über das Konzentrationslager Osthofen. Dabei waren auch (von links) Harald Staier (Odenwald gegen Rechts) und Bad Königs Bürgermeister Uwe Veith. Foto: Hans-Dieter Schmidt

Mit Feuerwehrjugend für Demokratie

Odenwälder Echo 28. Januar 2011  |  gso/e

Gesellschaftliches Engagement: Besondere Allianz für das Gastspiel der Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“

ERBACH. 

Anschauungsunterricht für den Bedarf, die Demokratie gegen neue Anfechtungen von rechts zu verteidigen, ließen sich diese Woche im Erbacher Feuerwehrhaus zahlreiche Schülerinnen und Schüler geben. Dort nämlich führten Aktive des Bündnisses „Odenwald gegen Rechts“ wie Irmhild Rittmeyer (links) durch die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“. Foto: Guido Schiek