Kontinuierlich stark gegen rechtes Gedankengut

 

 

                  Peter Rittmeyer (von links), Michael Reuter, Irmhild Rittmeyer, Jutta Emig, Harald Staier,

                  Eva Heldmann, Elke und Klaus Peter Rösler, Jörg Springer, Rüdiger Holschuh und

                  Staatssekretär Christian Lange. Foto: Odenwald gegen Rechts

 

Gabriele Lermann

Preisverleihung: Bündnis „Odenwald gegen Rechts – Bunt statt Braun“ vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet.  

Odenwaldkreis/Heidelberg. „Engagement für unsere Demokratie ist unabdingbar". Anlass gibt dieser Leitsatz dem Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT), im Jahr 2000 vom Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet, alljährlich Initiativen, Vereine und Gruppen für besonders nachhaltiges Engagement auszuzeichnen. Am Montag, 3. Juli, fand die Preisverleihung  für den Südeutschen Raum des Wettbewerbes 2016 in Heidelberg statt. Unter den zwölf prämierten Projekten (aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland)  ist auch das Odenwälder Bündnis „Odenwald gegen Rechts - bunt statt braun“. Der Preis richtete sich hauptsächlich an die langjährige Vorsitzende des Bündnisses Irmhild Rittmeyer (Michelstadt). Begleitet wurde die pensionierte Lehrerin, über viele Jahre Studienrätin am Michelstädter Gymnasium, von ihren Mitstreitern an der Spitze von „Odenwald gegen Rechts“ Eva Heldmann, Jutta Emig, Elke und Klaus Peter Rösler sowie Harald Staier. Von politischer Seite her wurden die Preisträger von dem Vorsitzenden des Kreistags MdL Rüdiger Holschuh, dem Kreisbeigeordneten Dr. Michael Reuter und Breubergs Bürgermeister Jörg Springer (alle SPD) begleitet.

Der Prämierung vorausgegangen war der Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“, bei dem sich die verschiedenen Gruppierungen bewerben konnten. Die feierliche Preisverleihung übernahmen zwei Mitglieder des BfDT-Beirats. „Ein stetiges und nachhaltiges zivilgesellschaftliches Engagement ist für unsere Demokratie unabdingbar. Heute haben wir zwölf vorbildliche Projekte auszeichnen können - ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und hoffe, dass ihre kreativen Ideen viele Nachahmerinnen und Nachahmer finden werden!" So der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Christian Lange. Dr. Alexandra Kurth, Justus-Liebig-Universität Gießen, freute sich über die große Zahl der Beiträge zur Stärkung von Demokratie und Toleranz und unterstrich die Bedeutung der ausgezeichneten Projekte: „Heute haben wir eindrücklich gesehen, wie viele Menschen sich ganz konkret vor Ort für unsere Demokratie, gegen Rassismus, Antisemitismus oder gegen Islamismus einsetzen. Auch kleine Initiativen können viel bewegen - und häufig sind sie es, die ganz besonders kreative und innovative Ansätze verfolgen."

 „Nachhaltigkeit durch Kontinuität – zehn Jahre Odenwald gegen Rechts“, damit überzeugte das Bündnis, das im Vorjahr seinen zehnten Geburtstag feierte. Gegründet wurde es 2006 anlässlich angekündigter Naziaufmärsche in der Region. Von der ersten Stunde steht Irmhild Rittmeyer an der Spitze der Bündnisarbeit, ist der maßgebliche Motor für die Kontinuität. Im Jubiläumsjahr, von  September 2015 bis September 2016, führte das Bündnis zwölf Veranstaltungen durch. Seit vielen Jahren bereichert das Bündnis die „Interkulturelle Woche Odenwald“ mit einer eigenen Veranstaltung. Zu den Veranstaltungen zählen unter anderem Aufklärung mittels Ausstellungen und Infobeiträge in Schulen, Kulturveranstaltungen und Erwachsenenbildung. Das Jubiläumsjahr krönte das Bündnis zum Abschluss mit dem Kabarettisten Andreas Breiing, der sein bewegendes Programm „Hitlers Tischgespräche“ auf Einladung von „Odenwald gegen Rechts“ im Michelstädter „Patat“ zeigte. Für einen Aufklärungstag an der Georg-Ackermann-Schule (Rai-Breitenbach) gewann das Bündnis die virtuose Künstlerin Irith Gabriely. Daneben beteiligt oder initiiert das Bündnis Protestaktionen gegen rechte Gewalt wie rechtes Gedankengut, informiert großflächig vernetzt über Vorkommnisse aus der rechten Szene in der Region. So präsentierte das Bündnis im Vorjahr eine (stetig aktualisierte) Liste rechter Übergriffe, Propaganda und Zusammenschlüsse im Südhessischen Raum. Das „Bündnis Odenwald gegen Rechts – Bunt statt braun“ wurde nebst Urkunde mit einem Preisgeld von 2000 Euro gewürdigt. Vollkommenes Neuland ist für „Odenwald gegen Rechts“ die Preisverleihung nicht, bereits 2009 wurde das Bündnis im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgelobt, und 2012 mit der Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration geehrt. glb

Weitere Preisträger waren:

Der Verein „Cafe Hope“ mit sozial-diakonischen Arbeit der Evangelischen-Freikirchlichen Gemeinde (EFG-Baptisten) in Kirchheim unter Teck. Das Projekt „Mit.Machen" des Heidelberger 3ALOG e.V.  zum interreligiösen Dialog. Alameda, Mainz, für ihr „öffentliches Atelier“. Der

Hilfskonvoi an die slowenisch-kroatische Grenze Ludwigshafen. Jugend gegen Gewalt, Andernach, für ihre Sportprojekte und Flüchtlingshilfe. „Ohne Stimme“, Saarbrücken,  ein Kulturprojekt für junge Menschen aus West- und Südosteuropa. „Peace for Syria“ Adelberg mit der Jugendgruppe „Grenzgänger“. „Schorndorf hilft“, Hilfe für Menschen in Not. „Jungfrau ohne Paradies“,  Mannheim, Theaterprojekt zu  religiös begründeter Extremismus. „Weinheim bleibt bunt“ Weinheim, Gegenbewegung des NPD-Bundesparteitag in Weinheim.  Theaterprojekt „Schams“,  St. Ingbert der örtlichen Flüchtlingshilfe. glb

 

 

Irmhild Rittmeyer und Harald Staier nehmen die Urkunde von  Alexandra Kurth entgegen.

 

Foto: Odenwald gegen Rechts