Sie starben, weil sie anders aussahen, anders dachten, anders lebten.

Ergänzend zur Schau „Mensch, du hast Recht(e)“ werden die Morde heutiger Rechtsextremer in der Ausstellung „Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt seit 1990“ thematisiert.

Die Todesopfer der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) sind einer breiten Öffentlichkeit bekannt, auch an die tödlichen Brandanschläge von Mölln und Solingen erinnern sich noch viele. Aber wer weiß heute noch, dass der 17-jährige Schüler Nihad Yusufoglu am 28. Dezember 1990 in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) sterben musste, weil ein gleichaltriger Naziskinhead ihn mit einem Messerstich ins Herz tötete? An ihn und andere Opfer erinnert die Ausstellung „Todesopfer menschenfeindlicher Gewalt seit 1990“.

Über 180 Menschen fielen seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz war, manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Die Ausstellung möchte den vielen kaum bekannten Opfern einen Namen geben, öffentlich machen, dass sie nicht Opfer eines "normalen" Gewaltverbrechens wurden und die anhaltende Verdrängung rechter Gewalt thematisieren.

Die vom Bündnis „Odenwald gegen Rechts“ erarbeitete Ausstellung wird vom 7. 11. bis zum 17.11.2016 in der Odenwaldhalle, Erbacher Straße 33 in 64720 Michelstadt Mo. bis Fr. 9.00 – 14.00 Uhr präsentiert. Sie ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Mensch, du hast Recht(e)“ von der Bildungsstätte Anne Frank, die auf Einladung der Kinder-und Jugendförderung des Odenwaldkreises zeitgleich gezeigt wird.

Am Montag, 07. November 2016 findet die Eröffnung um 17.00 Uhr in der Odenwaldhalle statt.

Weitere Informationen unter www.odenwald-gegen-rechts.de und 06061/969911